IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, Magdeburg
Seit dem 01.07.2007 wird die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH verwaltet durch die GOODVENT Beteiligungsmanagement GmbH & Co. KG. Weitergehende Informationen finden Sie auf der Homepage der GOODVENT - www.goodvent.net
All you need is Venture Capital?
Gründer beklagen häufig und gerne den Kapitalmangel bei Gründungsfinanzierungen. Zumindest für Initiatoren, die sich auf zukunftsträchtigen, technologieorientierten Wachstumsfeldern bewegen, trifft dieses schon seit einiger Zeit nicht mehr zu. Seit einigen Jahren verzeichnet der deutsche Markt für Wagniskapital speziell in diesen Segmenten überdurchschnittliche Wachstumsraten (u.a. auch als Ausdruck des Nachholbedarfs), erreicht aber noch nicht vergleichbare Niveaus in GB oder den USA. Die meisten VC Gesellschaften mit Schwerpunkt auf Hochtechnologiebeteiligungsfinanzierung lokalisieren sich um die Hochtechnologiezentren der Republik: Berlin, München, Köln, Hamburg und Leipzig. Dieser Umstand war Anlass, eine landeseigene VC Gesellschaft mit dem geografischen Fokus auf Unternehmen und Betriebsstätten im Land Sachsen-Anhalt zu gründen. Die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH ist inzwischen die größte VC Gesellschaft, die im Bereich Frühphasenfinanzierung von technologieorientierten Unternehmen und Unternehmensgründungen im Land Sachsen-Anhalt tätig ist.
Hervorgegangen aus der Beteiligungsholdinggesellschaft des Landes, hat die Gesellschaft im Sommer 2000 das Kerngeschäft ihrer ehemaligen Tochtergesellschaft, der IBG Innovations- und Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, übernommen und führt dieses seither fort.
Die Zielgruppe der IBG sind bestehende oder noch zu gründende Hochtechnologieunternehmen in der frühen Unternehmensentwicklungs- und -wachstumsphase. In diesen Phasen ist haftendes Eigenkapital die einzig adäquate Form der Finanzierung, da Forschungs- und Entwicklungsrisiken auf der Technologieebene, die Markteintrittsrisiken auf der Produkt- bzw. Dienstleistungsebene und nicht zuletzt auch die Risiken, die in der Person eines in der Regel unternehmerisch noch unerfahrenen Wissenschaftlers/Technikers als die klassischen Initiatoren begründet sind, besonders hoch ausfallen. Das Fremdkapital der Banken ist in diesen Phasen schon aufgrund einschlägiger gesetzlicher Bestimmungen gar nicht vorgesehen. Die schlagzeilenträchtigen Vorhaltungen hinsichtlich der Risikoscheu der Kreditinstitute mancher Gründer läuft in diesem Punkt ins Leere.
Der Branchenfokus der IBG bildet dabei im Wesentlichen die technologischen Kernkompetenzen des Landes ab, als da sind Biotechnologie (Standortschwerpunkte Halle/Gatersleben), Schicht- bzw. Oberflächentechnologie (Halle/Bitterfeld), Chemie (Leuna/Bitterfeld), Maschinenbau (Magdeburg/Harz), Medizintechnik (Halle/Magdeburg) und Umwelttechnik (Altmark). Innerhalb dieses Branchenfeldes hat die IBG einen überproportionalen Anteil im Bereich Biotechnologie gebunden, was auf die besondere Kapitalbindung in den Forschungs- und Entwicklungsphasen zurückzuführen ist.
Die Identifikation, Entwicklung und Begleitung aussichtsreicher Unternehmensansätze ist die Hauptaufgabe der Beteiligungsgesellschaft, die bei gutem Erfolg neben einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung der Gesellschaft einen Beitrag zur Schaffung und Stärkung nachhaltig wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstrukturen in ihrer technologischen und geographischen Clusterung im Land Sachsen-Anhalt wie oben beschrieben leistet.
Wie kommt man zu einer Beteiligung der IBG?
Üblicherweise wird vor einem persönlichen Erstkontakt eine Investmentskizze des Initiators bzw. des Unternehmens seitens der IBG geprüft. Sofern das Konzept im Profil und in seinen groben Zügen sinnvoll und machbar erscheint, werden in einem ersten Gespräch erweiterte Fragen zum Konzept gestellt und Zusatzinformationen zu dem potentiellen Investment gesammelt. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung werden auch Anregungen zur Prüfung von Änderungsvorschlägen seitens der IBG gegeben. Recherchierte Hintergrundinformationen werden kritisch vor dem Beteiligungsvorschlag gespiegelt. Sofern die Plausibilitätsprüfung keine gegenteiligen Erkenntnisse zeigt, beginnt die due diligence Prüfung mit internen und externen Fachleuten. Je nach Bearbeitungsstand und Komplexität dauert ein solcher Vorgang rd. 2-6 Wochen. Aufgrund der Ergebnisse der Prüfung wird dann seitens des Betreuers eine Beteiligungsvorlage für den unabhängigen Beteiligungsausschuß der Gesellschaft erstellt; dieser allein entscheidet über das Eingehen und Auflösen von Beteiligungen. Im Rahmen einer Entscheidungsfindung werden Experten gehört und der Initiator des Vorhabens kritisch befragt. Die Mitglieder des Beteiligungsausschusses sind ausgewiesene Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, sowie beteiligungserfahrene Vertreter des Landes.
Sofern der Beteiligungsausschuß dem Beteiligungsvorschlag zustimmt, schließt die IBG mit dem Unternehmen bzw. Gründern einen Beteiligungsvertrag ab. Die Beteiligung der IBG erfolgt in offener und/oder stiller Form. Im Falle einer offenen Beteiligung wird zuvor eine Unternehmensbewertung vorgenommen, als Basis für die Bestimmung der Höhe der Beteiligung der IBG am gezeichneten (oder noch zu zeichnenden) Kapitals, wobei die IBG keinen Anteil über 25% anstrebt. Als Gesellschafter stehen der IBG die üblichen Rechte im Rahmen der Höhe der Beteiligung zu. Das Volumen der offenen Beteiligung ist auf EUR 1 Mio. begrenzt und kann mit stillen Beteiligung bzw. Gesellschafterdarlehen kombiniert werden. Auf diese Weise kann sich die IBG mit bis zu EUR 5 Mio. an Unternehmen beteiligen. Eine Zusammenarbeit (Co-Venturing) mit ausgewählten, anderen VC Gesellschaften wird in allen Fällen, in denen es sinnvoll ist, bevorzugt.
Die komplexe wie reizvolle Aufgabe erfüllt ein Team von motivierten Investmentbetreuern, die über technisch-naturwissenschaftliche, unternehmerische und/oder finanzrelevante Berufserfahrungen verfügen, unterstützt von einem kleinen Stab qualifizierter Kollegen. Sofern sinnvoll und erforderlich wird im Bedarfsfall externes Know How eingebunden. Der Netzwerkansatz der IBG, der über das Land hinausragt, ist neben der Qualifikation der Mitarbeiter der zweitwichtigste Bestandteil der Leistungsfähigkeit der IBG, noch vor (!) der schönsten Nebensächlichkeit der Welt - der Verfügbarkeit von Venture Capital.
Hinweis:
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